„Sand – verschiedenartig wie die Menschheit selbst“
(Projektbeschreibung)



Allgemeines Vordergründig betrachtet ist Sand kein besonderer Stoff. Sande sind genauso verschieden wie die Menschen, oberflächlich und aus einer Entfernung betrachtet besteht beim Sand wie bei den Menschen nur ein Unterschied auf Grund der Farbe und Größe. Genaugenommen ist jedes Sandkorn wie jeder Mensch ein Unikum.
Das Sprichwort „wie Sand am Meer“ vermittelt und ja die Botschaft, dass es Sand ja in unfassbaren Mengen gibt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Sand ist nach Luft und Wasser der drittwichtigste Rohstoff und verfügt über 200 Anwendungsbereiche im täglichen Leben. Sand ist unsichtbarer Bestandteil unzähliger Produkte. Sand braucht man unter anderem für Computer, Fernsehempfänger, Telefone, Flugzeugrümpfe, Glas, Solarmodule, Farben, Klebstoffe, Keramik, Ziegel und zur Metallverarbeitung.
Der Sandverbrauch der Menschheit ist enorm. In jedem mittelgroßen Haus stecken 200 Tonnen Sand. Ein Kilometer Autobahn verschlingt 30.000 Tonnen Sand. Weltweit werden zwei Drittel aller Gebäude und Anlagen mit Stahlbeton gebaut, dieser besteht zu einem Drittel aus Zement und zu zwei Dritteln aus Sand. Für ein Atomkraftwerk werden 12 Millionen Tonnen Sand benötigt.

Sand ist mittlerweile eine begehrte Ressource. Der Wüstensand eignet sich nicht für die Bauindustrie, da die Körner vom Wind rund geschliffen sind. Deshalb haben Baukonzerne bisher Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben abgebaut. Doch dieser Vorrat geht langsam zur Neige und so hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen - eine ökologische Zeitbombe. Die Förderung von jährlich Milliarden Tonnen von Sand vom Meeresboden führt dazu, dass immer mehr Strände, ja ganze Inseln rund um den Globus verschwinden.
Allein in der Region um Sumatra sind bereits 25 Inseln von der Landkarte verschwunden. In Indien ist die Sandmafia zwischenzeitlich die Größte im Land. Weltweit verbrauchen wir fast so viel Sand wie Wasser, durch die wachsende Erdbevölkerung steigt der Bedarf weiter an. Der kostenlose Rohstoff ist begehrt wie noch nie.
Sand entsteht in einem längeren geologischen Zeitraum vorwiegend durch Verwitterung von Gesteinen. Wetter, Wind und Wasser wirken auf die Gesteine ein und bewirken einen Zerkleinerungsprozess. Dabei werden die einzelnen Stücke immer weiter zerkleinert und erhalten mit der Zeit eine abgerundete Oberfläche. Ab einer bestimmten Korngröße spricht man dann von Sand.

Ebenso vielfältig wie die Zusammensetzung sind auch die Farbtönungen natürlicher Sande. Welche Farbe ein Sand hat, hängt von seiner Entstehung ab. Weißer Sand besteht entweder aus reinem Quarz oder aus Kalkstein. Eine Ausnahme bildet hier der Sand von White Sands in New Mexico (USA), dieser besteht aus Gips.
Gelber Sand ist meist auch mit Eisen gefärbt, nur eben nicht so stark wie roter. Es gibt aber auch gelb aussehenden Sand, bei dem die Farbe von vielen winzig kleinen Muschelschalenresten kommt. Roter Sand bekommt seine Farbe durch angelagerte (oxydierte) Eisenminerale.
Grüner Sand ist sehr selten, entweder sind irgendwelche Minerale drin, oder aber, wie bei den Sanden auf Hawaii, Olivin (aus vulkanischem, Gestein). Der Olivinanteil ist jedoch so gering, dass der Sand schwarz erscheint.
Schwarzer Sand ist in den meisten Fällen das Verwitterungsprodukt von Vulkanischen Basalten, die schwarz sind oder das Ausgangsmineral hat eine schwarze Färbung, zum Beispiel Magnetit

Das Projekt:
Von möglichst vielen Ländern der Erde (im Optimalfall von jedem Land) soll mindestens eine Sandprobe, mehrere oder so viel wie möglich verwendet werden.
Da das Projekt ist ein fortlaufendes und hat somit kein Ablaufdatum.
Die Sandbilder symbolisieren also auch die Verschiedenartigkeit des Individuums und die verschiedenen Sandquadrate ergeben ein einfaches Sinnbild für den ultimativen Traum der Menschheit: Ein Miteinander, Nebeneinander, Durcheinander von allen Sanden als Symbol für ein friedliches Miteinander, Nebeneinander, Durcheinander von allen Ländern, Rassen, Religionen und Kulturen.
Zudem sieht Alfred Hansl das Projekt als Zeitdokument angesichts der Bedrohung des Verschwindens dieses scheinbar unermesslichen Rohstoffes.